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Der Einfluss der Blende auf die BildschärfeWorum es gehtDie Blende (=Größe der Öffnung im Objektiv, durch die das Licht auf den Bildsensor fällt) kann einen sichtbaren Einfluss auf die Bildschärfe haben. Mit kleinerer Blende nimmt die Bildschärfe ab. Zur Veranschaulichung dient dieses – zugegebenermaßen nicht sehr spektakuläre – Motiv, das aber mit feinen Details, glatten Kanten und der Wand mit ihrer feinen Struktur gut für Schärfevergleiche geeignet ist:
Die folgenden Ausschnitte sind 100%-Vergrößerungen der Originaldatei – also ein Punkt der Bilddatei = 1 Bildschirmpixel. Bewegen Sie die Maus über die Ausschnittsvergrößerungen und beobachten Sie den Unterschied!
Dieser Artikel erklärt die Hintergründe dieser Art von Unschärfe und gibt weitere Beispiele sowie eine konkrete Empfehlung zur Blendenwahl.
Beugung - die Ursache für Bildunschärfe bei kleiner BlendeBeugung ist ein physikalischer Effekt, bei dem Licht an einer scharfen Kante keinen exakt scharfen Schatten wirft.
Dieser Effekt kann mit der Wellennatur des Lichtes erklärt werden und ist ohne einen besonderen Versuchsaufbau nicht mit bloßem Auge zu beobachten. In der Digitalfotografie spielt er jedoch tatsächlich eine Rolle. Ebenso begrenzt die Beugung das Auflösungsvermögen z.B. bei Mikroskopen und Fernrohren in der Astronomie. Das Prinzip ist in dem folgenden Bild veranschaulicht: Ein einzelner, scharf begrenzter Punkt des Fotomotivs wird zu einem unscharfen, etwas größeren Punkt abgebildet. Entsprechend verschwimmen zwei dicht beieinanderliegende Punkte zu einem Fleck und können nicht mehr getrennt wahrgenommen ("aufgelöst") werden.
Die Abbildung vereinfacht einen Aspekt: Das gebeugte Abbild des Punktes ist eigentlich kein einzelner unscharfer Punkt, sodern ein Kreis, der von verschiedenen dunkleren und helleren Ringen umgeben ist. Die Ringe werden nach außen hin rasch dunkler.
Von den mathematischen Details ist hier nur eine Folgerung wichtig: Der Durchmesser des gebeugten Abbildes und damit die Unschärfe nimmt zu, wenn die Blende kleiner wird – also die im Sucher einer Kamera angezeigte Blendenzahl größer wird. Angewendet auf Digitalkameras ist Beugung dann ein sichtbares Problem, wenn die entstehende Unschärfe in die Größenordnung der einzelnen Pixel des Bildsensors kommt und größer wird als andere Unschärfen z.B. durch Abbildungsfehler des Objektivs und Verwacklung. Beispielbilder zum Vergleich aller BlendenstufenNachstehend sind 100%-Vergrößerungen desselben Ausschnittes von verschiedenen Aufnahmen gezeigt, die sich nur in der gewählten Blende unterscheiden.
Man erkennt eine optimale Schärfe bei Blende 8 oder 11. Bei größeren Blenden 4,5 und 5,6 scheinen Abbildungsfehler des Objektivs noch eine größere Rolle zu spielen (vor allem die deutlich sichtbare chromatische Aberration in Form blauer Farbsäume an den Fahrradspeichen). Und bei kleineren Blenden ab 16 nimmt die Unschärfe durch Beugung sichtbar zu. Das letzte Bild mit Blende 32 wirkt sehr flau. Die Aufnahmen erfolgten mit einer Nikon D200 und einem Nikon 18-200mm VR-Objektiv auf einem Stativ; die Bildoptimierung war auf "normal" gestellt - also keine zusätzliche Scharfzeichnung angewendet. Leichte Helligkeitsunterschiede sind durch die etwas wechselnde Bewölkung bedingt und ich habe sie der Einfachheit halber nicht angepaßt. Andere Einflussfaktoren auf die BildschärfeFür Bilder mit bestmöglicher Schärfe sind neben der Blende natürlich noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Das schwächste Glied in der Kette – also die Quelle für die stärkste Unschärfe – bestimmt natürlich die Schärfe des fertigen Bildes:
Streng davon zu trennen ist die nachträgliche Scharfzeichnung in der Bildbearbeitung &ndash sowohl bereits in der Kamera, wenn diese eine JPG-Datei erstellt oder nachträglich am Computer.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Im Hintergrund eines Ihrer Bilder steht ein rotes Auto vor einem dunklen Hintergrund und das recht kleine Nummernschild ist im Bild nicht zu lesen. Eine nachträgliche Scharfzeichnung kann sehr wohl den Übergang von rot zum übrigen Hintergrund in eine scharfe Kante verwandeln – aber natürlich nicht die nicht lesbaren Buchstaben des Nummernschildes rekonstruieren. Und zu guter Letzt: Zur Beurteilung der Schärfe eines Bildes sollten Sie es am Monitor immer in einer Auflösung von 100% betrachten. Andernfalls verfälscht die bei der Anzeige vorgenommene Verkleinerung das Ergebnis. Empfehlung für die PraxisZunächst: Übersehen Sie nicht den zuvor beschriebenen Unterschied zwischen Bildschärfe im Sinne einer hohen Auflösung feiner Details und nachträglicher Scharfzeichnung eines Bildes.
Letztere läßt sich durch Kameraeinstellung oder in der nachträglichen Bildbearbeitung einstellen und ist wichtiger für den subjektiven Schärfeeindruck beim Betrachter.
Und für die Blendenwahl in bezug auf bestmögliche Schärfe gilt als Richtgröße:
Bitte beachten: Die Blendenangaben sind hier keine exakten Werte - man kann auch eine genaue Blende für jede Kamera unter Berücksichtigung der Sensorgröße und der Zahl der Megapixel ermitteln. Davon habe ich zugunsten einer einfachen, einprägsamen Empfehlung abgesehen.
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