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„Bildbearbeitung“ mit den FüßenWorum es gehtWie so oft im Leben kommt es auch bei der Fotografie auf den richtigen Standpunkt an. „Bildbearbeitung“ mit den Füßen zeigt an einem simplen Beispiel Änderungen eines Bildes aufgrund eines leicht geänderten Aufnahme-Standpunktes. Das ist insofern eine „Bildbearbeitung“ als sich das entstehende Foto dadurch verändert, aber natürlich auf eine Weise, die sich nicht nachträglich am Computer nachbilden lässt. Dieser Artikel soll das Bewusstsein für diesen elementaren Aspekt der Bildgestaltung fördern und ist daher eher ein Artikel für Einsteiger. Gleichzeitig ist er eine Veranschaulichung für den auf dieser Webseite vertretenen Standpunkt (auch hier kommt es auf den „richtigen“ an ;-) ), dass letzten Endes wichtiger ist, wie man mit seiner Kamera umgeht, als welche man benutzt. Die BeispielfotosDas Ausgangsbild
Das Ausgangsbild zeigt eine Ferienanlage auf den kanarischen Inseln – kein spektakuläres Motiv, aber ein ansprechendes und als Beispiel gut geeignetes. Das Foto soll die Architektur der Ferienanlage zusammen mit dem üppigen Grün einfangen. Am Anfang steht der Blick, wie man ihn aufnehmen kann, wenn man am Ende eines Durchgangsweges einfach die Kamera hochhält. Was fällt auf? Es ist mit der Ferienanlage und dem vielen Grün erkennbar, was das Bild ausdrücken soll, aber noch kein gutes Foto entstanden: Rechts hinter dem Brunnen ist eine große kahle Wand und das Grün rechts verdeckt die Fenster der Häuser. Zwei Schritte nach links, einer zurück
Die Perspektive hat sich verändert – die kahle Wand ist jetzt teilweise von einem Baum verdeckt und von den Häuschen rechts ist schon mehr zu sehen.
Noch zwei Schritte nach links und zwei zurück
Aha! Die kahle Wand ist verschwunden, die davor liegenden Treppengeländer liegen in einer Reihe und bilden eine in das Bild hineinführende Linie, ebenso wie der Weg in der Mitte und die jetzt nicht mehr durch den Brunnen unterbrochene Fassade rechts. Der Brunnen ist noch kleiner geworden, verdeckt nur noch einen kleinen Teil der Fassade und wirkt jetzt wie ein Schmuck im Vordergrund und nicht, als ob er im Wege steht.
Mit einem Standpunkt von noch etwas weiter hinten ließe sich das Bild weiter verändern, insbesondere der Brunnen noch kleiner erscheinen lassen. Dort war jedoch eine Mauer und dahinter ein Abgrund zu einem eher tristen und steinigen Berghang – die Suche nach anderen Blickwinkeln war dadurch auf einfache Weise erledigt. Der endgültige AusschnittEtwas Beschneiden muss trotzdem sein – wenn der richtige Standpunkt gefunden ist, muss ja keineswegs der beste Bildausschnitt zufällig die Höhe und Breite wie der Bildsensor Ihrer Kamera haben. Durch Anschneiden der großen Grünflächen am linken Rand wirkt das Bild etwas ausgewogener und diese Flächen bilden mehr einen Rahmen für die Ferienanlage als ein großes eigenes Bildelement. Gleichzeitig kann der einförmige Fußboden etwas verkleinert werden, um das Bild weiter zu verbessern. Bewegen Sie den Mauszeiger über das Bild und wieder davon weg, um einen direkten Vergleich zu sehen. Die Häuser kommen etwas besser zur Geltung, da sie größer werden und der Baum am linken Rand lenkt den Blick weniger von dem eigentlichen Hauptmotiv ab. ZusammenfassungKleine Änderungen des Aufnahme-Standpunktes können Ihr Bild wesentlich verändern. Wenn Sie Ihre Fotos verbessern wollen und bisher nicht bewusst versucht haben, den jeweils besten Standort für Ihre Aufnahme zu finden: Fangen Sie an zu experimentieren und zu beobachten.
Diese Art der Beobachtung vor der Aufnahme verbessert Ihre Bilder wirkungsvoller als die nachträgliche Bildbearbeitung und Sie können es nicht am Computer nachholen.
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